Forum: Trijicon oder Der «Bibelcode» auf dem Zielfernrohr

Author: Akt. 20.01.10; 11:54 Pub. 20.01.10; 11:54; Christliche Botschaften

Eine US-Firma liefert der Armee Zielfernrohre, die mit Verweisen auf Bibelstellen versehen sind.
Kritiker sehen darin ein ideales Propagandamittel für islamische Extremisten. Die US-Armee zeigt sich besorgt.


Ein US-Soldat mit einem Trijicon-Zielfernrohr auf seinem Sturmgewehr.


Am Ende der Seriennummer befindet sich der Verweis JN8:12.

Die Firma Trijicon im US-Bundesstaat Michigan ist ein wichtiger Lieferant der US-Armee. Sie hat einem Vertrag über 660 Millionen Dollar zur Produktion von bis zu 80 0000 Hochpräzisions-Zielfernrohren für das Marine Corps abgeschlossen. Sie werden unter anderem im Irak und in Afghanistan eingesetzt, auch bei der Ausbildung der dortigen Sicherheitskräfte.

Der US-Fernsehsender ABC hat nun enthüllt, dass Trijicon Verweise auf Bibelstellen in die Seriennummern der Zielfernrohre integriert hat. Beispiele sind 2COR4:6, ein Verweis auf den zweiten Korintherbrief des Apostels Paulus, oder JN8:12, der zwölfte Vers aus dem achten Kapitel des Johannes-Evangeliums: «Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.»

Vom Firmengründer eingeführt

Tom Munson, Marketingchef von Trijicon, verteidigte die «Bibelcodes» gegenüber ABC. Sie seien von Firmengründer Glyn Bindon, einem aus Südafrika stammenden, tief gläubigen Christen, eingeführt worden und «immer schon dagewesen». Das Thema werde von einer «nichtchristlichen Gruppe» hochgespielt. Damit meint Munson die Military Religious Freedom Foundation, die sich für die Bewahrung der Trennung von Kirche und Staat in den US-Streitkräften einsetzt. Sie hatte Beschwerden von US-Soldaten über die Bibelverweise erhalten.

Für ihren Präsidenten Mikey Weinstein sind sie «ein Verstoss gegen die Verfassung und mehrere Bundesgesetze». Vor allem seien sie ein Propagandamittel für die Taliban und andere Extremisten. Diese könnten behaupten, sie würden mit «Jesus-Gewehren» beschossen. Man müsse «keine Nanosekunde überlegen, wie die amerikanische Öffentlichkeit reagieren würde, wenn es sich um Verweise auf den Koran statt das Neue Testament handeln würde», so Weinstein.

Missionierung verboten

Die US-Armee verbietet jegliche Art von Missionierung im Irak und in Afghanistan. Damit will sie verhindern, dass die dortigen Kriege als «Kreuzzug» gegen den Islam interpretiert werden. Genau dieser Eindruck entstehe durch die Zielfernrohre, betonte Mikey Weinstein. Laut einem Sprecher des US Marine Corps war man sich der Bibelverweise nicht bewusst. Man sei «besorgt» und wolle mit Trijicon diskutieren. Die US-Armee erklärte, man untersuche mögliche Verstösse gegen die Vorschriften.

 


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